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Mit welchen Kosten ist beim Nachrüsten einer Fußboden­heizung zu rechnen?

Bei den ersten Überlegungen zu einer Modernisierung des Heizsystems stellt sich schnell die Frage, was das Nachrüsten einer Fußbodenheizung pro m² kostet. Lohnt sich das?

Auch wenn die Frage nachvollziehbar ist, haben pauschale Angaben zu den Kosten pro m² angesichts der unterschiedlichen Rahmen­bedingungen und Vorgehens­weisen wenig Aussagekraft. Zudem findet der Mehrwert durch den Zugewinn an Wärmekomfort in solchen Kalkulationen keine Berücksichtigung.

Statt pauschale Aussagen zu treffen, wollen wir die Kostentreiber beim Nachrüsten einer Fußbodenheizungen identifizieren und die Kosten der verschiedenen Verlegemethoden vergleichen, um die Entscheidung für das geeignete Fußbodenheizungssystems zu erleichtern.

Zur besseren Übersichtlichkeit können die Gesamtkosten in folgende Bereiche unterteilt werden:

  • 1Arbeitskosten / Planungskosten
  • 2Materialkosten für den Bodenaufbau
  • 3Kosten für die Komponeneten der Fußbodenheizung mit Anschluss- und Regeltechnik

 

1 Arbeitskosten

Auch wenn die Arbeitskosten einer Heizungsinstallation bei der Beauftragung einer Fachfirma häufig nicht extra ausgewiesen werden, muss davon ausgegangen werden, dass sie einen erheblichen Anteil am Heizungsprojekt ausmachen. Das gilt insbesondere, wenn bei manchen Sanierungsprojekten die Kosten für das Entfernen bzw. die Entsorgung des alten Fußbodens und die Installation zusätzlicher Wärmedämmung hinzugerechnet werden müssen. Die zusätzlichen Kosten für die vorbereitenden Maßnahmen können 20-30 €/m² betragen. Falls eine Heizlastberechnung erwünscht ist, müssen die hierfür anfallenden Kosten ebenfalls berücksichtigt werden. Für ein Einfamilienhaus ist je nach Wohnfläche und Anzahl der Räume überschlägig mit 300 bis 1.000 € zu rechnen.
Grundsätzlich gilt: Je größer das Projekt, desto geringer fällt die Umlage der Kosten pro m² aus.

Hinzu kommt die Schwierigkeit, in manchen Regionen überhaupt einen ausführenden Heizungsbauer zu finden, der die Installation in einem überschaubaren Zeitraum und mit der gewünschten Technologie durchführt. Daher reduziert eine Installation in Eigenleistung nicht nur die Kosten einer nachträglichen Fußbodenheizung erheblich, sondern erhöht auch die Flexibilität bei der Durchführung der Installation. Gerade für diesen Anwendungsbereich wurden die FLEXIRO Dünnschichtsysteme ausgelegt, um ein kostengünstiges Nachrüsten in Eigenregie zu ermöglichen. Jeder selbst durchgeführte Arbeitsschritt, inbegriffen sind vorbereitende Arbeiten sowie das selbstständige Verlegen des Bodenbelags, wird zur Reduzierung der Kosten beitragen.

Tabelle: Durchschnittliche Arbeitskosten pro QM

  Fußbodenheizung
Nasssysteme
Fußbodenheizung
Trockensysteme
Fußbodenheizung
selbst nachrüsten
Installations­arbeiten 15 - 30 € 15 - 30 € Eigenleistung
Planung / Heizlast­berechnung 5 - 10 € 5 - 10 € Eigenleistung

 

Für einen 15 m² großen Raum ergeben sich unabhängig von der eingesetzten Technologie durchschnittliche Arbeits­kosten von ca. 450 €, die bei einer Verlegung im Selbstbau gespart werden können.

2 Materialkosten Bodenaufbau

Die Kosten für den Bodenaufbau werden maßgeblich von dem vorhandenen Untergrund und der eingesetzten Verlegemethode bestimmt. Ist der vorhandene Boden bereits tragfähig und eben, werden keine zusätzlichen, statischen Maßnahmen benötigt.

Bei der klassischen Nass-Variante mit Heizestrich und dickem Schlauch muss mit einem deutlich höheren Materialeinsatz, hohem Gewichtsauftrag und langen Trocknungszeiten gerechnet werden. Dünnschichtsysteme kommen dagegen je nach Verlegemethode bereits mit 25 kg Füllmasse pro m² aus. Bei der Verlegung im Trockenbau kann der Oberflächenbelag bereits nach 1-2 Tagen Trocknungszeit aufgetragen werden.

Tabelle: Durchschnittliche Materialkosten Bodenaufbau pro QM

  Fußbodenheizung
mit Heizestrich
Dünnbettsystem [nass verlegt] Dünnbettsystem [Trockenbau]
Wärme­dämmung 5- 20 €

Nur in speziellen Fällen notwendig, weil die Rohre nah an der Oberfläche liegen

Je nach Bodenkonstruktion werden weitere Lagen Gipsfaserplatten bzw. OSB-Platten für zusätzliche Stabilität benötigt. Die Kosten hierfür liegen je nach Plattenstärke bei 8 – 12 € / m²

Bodenaufbau Estrich / Ausgleichs­masse

Je nach Schichtdicke und Material zwischen 30 und 50 €. Rechenbeispiel: Eine Schichtdicke von 70 mm ergibt beim Einsatz von Calciumsulfatestrich 140 kg / m². Bei einem Preis von ca. 12 € pro 40 kg liegen die Kosten bei 42 € pro m². Schnell trocknende Estriche können deutlich teurer sein.

Nivellier- bzw. Vergussmasse
10 - 20 €

Rechenbeispiel: Bei einer Aufbauhöhe von 17 mm werden 25,9 kg / m² Ausgleichsmasse benötigt.

Bei einem Preis von ca. 16 € für 25 kg liegen die Kosten bei 17 € pro m²

Die Berechnung bezieht sich auf Klippschienen oder Tackersysteme. Bei der Verlegung mit Noppenplatten wird deutlich weniger Bodenausgleichsmasse benötigt

Füllspachtel

Verbrauch je nach eingesetzter Systemplatte etwa 1 kg / m².

3-4 € pro m².

Zusatz­materialien, Rand­dämmstreifen, Folien 2 - 5 € / m² 2 - 5 € / m² 2 - 5 € / m²
Kosten­einschätzung Bodenaufbau €€€€ €€€ €€

 

Bei einer Raumgröße von 15 m² liegen die Materialkosten für den Bodenaufbau zwischen 300 € bei den Dünnbettvarianten und 825 € bei der klassischen Variante mit dickschichtigem Estrich. Bei Dünnschichtsystemen kann in vielen Fällen der vorhandene Boden als Grundlage genutzt werden. Hinzu kommen Kosten für den Oberflächenbelag, die sehr von den ausgesuchten Materialien und der Qualität abhängen, aber für jedes Fußbodenheizungssystem gleich ausfallen. Hier ist vor allem auf eine gute Wärme­leitfähigkeit des Materials zu achten.

3 Materialkosten Heiztechnik

Die Kosten für die Komponenten der Heiztechnik - Systemplatten, Rohr, Regeltechnik der Fußbodenheizung - hängen von dem verwendeten Verlegesystem ab. Einfache Verlegearten wie Tackersysteme oder Klippschienen sind kostengünstiger aber arbeitsintensiver. Die Verlegung in Noppenplatten oder gefrästen Trockenbau­platten geht schneller und spart zusätzlich Bodenausgleichsmasse. Bzgl. der Dauer der Installation bis zur Inbetriebnahme der Räume ist die Trockenbauvariante unschlagbar. Räume, die mit einem Trockensystem wärmetechnisch modernisiert wurden, sind bereits nach 2-3 Tagen wieder nutzbar, während Nasssysteme teils über Wochen trocknen müssen, bevor die Arbeiten am Bodenbelag abgeschlossen werden können.

Eine wichtige Kostenkomponente ist die Regeltechnik. Insbesondere beim Einbau einer Fußbodenheizung auf kleinen Flächen kann sie einen großen Anteil der Kosten ausmachen. Steht ein Anschluss an einen Heizkreisverteiler zur Verfügung, dann kann diese Position entfallen bzw. müssen die Kosten für den Heizkreisverteiler auf die nachgerüsteten Flächen umgelegt werden. In allen anderen Fällen wird die Heizfläche mit RTL-Technik an die bestehende Heizanlage angeschlossen. Die Kosten pro m² werden maßgeblich von der Größe der geregelten Heizfläche bestimmt. Bei FLEXIRO haben wir uns für hochwertige RTL-Ventile mit Vorlaufabsperrung entschieden, damit eine spätere Wartung der Anlage problemlos durchgeführt werden kann. Insgesamt ist auf eine hohe Qualität der eingesetzten Technik, Rohre und Verbindungen zu achten. Denn ist der Boden erstmal fertig und versiegelt, lassen sich Undichtigkeiten nur schwerlich reparieren.

Daher kommen Druckprüfung und Probelauf eine besondere Bedeutung zu. Hierfür müssen zusätzliche Kosten für die Leihe oder den Erwerb einer Druckprüfpumpe einberechnet werden.

Tabelle: Durchschnittliche Materialkosten Heizung pro QM

  Fußbodenheizung
mit Heizestrich
Dünnbettsystem [nass verlegt] Dünnbettsystem [Trockenbau]
Material: Systemplatten, Rohre, Verbindungen 40 - 80 € 30 - 70 € 110 – 180 €
RTL-Regeltechnik pro Heizfläche 80 – 300 € 80 – 300 € 80 – 300 €
Kosten­vergleich Heiztechnik €€€ €€ €€€€

 

Bei einer angenommenen Heizfläche von 15 m² würden die Kosten für die Heiztechnik bei der klassischen Fußbodenheizung bei durchschnittlich 1.090 € liegen. Die Dünnbettvariante ist mit 940 € etwas günstiger. Im Trockenbau liegen die Materialkosten mit ca. 2.350 € mehr als doppelt so hoch.

Fazit

Trotz der vielen projektspezifischen Entscheidungen, welche in der Summe die Kosten für den Einbau einer Fußbodenheizung bestimmen, lassen sich der Aufstellung einige Anhaltspunkte zur Kostenschätzung entnehmen.

Der Kostenanteil der eigentlichen Heiztechnik macht oft weniger als 50% der Gesamtkosten aus. Je nach Verlegeart und Größe der Heizfläche kann der Anteil noch deutlich darunter liegen. Das gilt insbesondere dann, wenn mit den ausführenden Arbeiten ein Fachbetrieb beauftragt wird. Weil die Heizung aber noch nach Jahrzehnten funktionieren soll, ist hier umso mehr auf eine hohe Qualität der Komponenten zu achten.

Die Größe der Heizfläche reduziert den Preis pro m². Ggf. sollte überlegt werden, gleichzeitig mehrere Räume mit einer Fußbodenheizung nachzurüsten. Die Dünnbettvariante hat einen leichten Kostenvorteil gegenüber der klassischen Fußbodenheizung mit Heizestrich und trägt weniger Gewicht auf den Untergrund auf. Außerdem ist aufgrund der niedrigen Vorlauftemperaturen mit geringeren Betriebskosten zu rechnen. Die Trockenbausysteme sind in der Anschaffung zwar deutlich teurer, über die deutliche Reduzierung der Trocknungszeiten kann ein Teil der Kosten wieder eingespart werden. Die Durchführung der Installation in Eigenleistung birgt das größte Einsparpotential bei der Heizungsmodernisierung und ermöglicht zusätzliche Flexibilität bei der Umsetzung.

Tabelle: Kostentendenz Verlegesysteme

Kosten Fußbodenheizung
mit Heizestrich
Dünnbettsystem [nass verlegt] Dünnbettsystem [Trockenbau]
Arbeit €€€ €€ €€€
Bodenaufbau

€€€€

€€€ €€
Heiztechnik €€€ €€ €€€€
Insgesamt €€€€ €€ €€€

 

Auch wenn sich aus der Aufstellung Kostenvorteile für die Dünnschichtsysteme ergeben, sollte sich die Entscheidung für das passende Fußbodenheizungssystem mehr an den Anforderungen als an den Kosten orientieren. Kann die Installation in Eigenleistung erbracht werden? Wie hoch die zur Verfügung stehende Aufbauhöhe? Ist der Untergrund tragfähig und trittfest? Soll der Fußboden als Wärmespeicher dienen oder ist ein dynamisches Aufheizverhalten gewünscht? Von der Beantwortung dieser Fragen hängt die Wahl des geeigneten Systems ab. Beim Nachrüsten einer Fußbodenheizung überwiegen allerdings in den meisten Fällen die Vorteile der Dünnschichtvarianten.

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